Private Krankenversicherung

Eine private Krankenversicherung kann einerseits als Vollversicherung, andererseits als private Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Arbeiter und Angestellte mit einem Bruttoverdienst oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze können sich wahlweise freiwillig in einer gesetzlichen Krankenkasse versichern, oder aber in einer von bundesweit rund zwei Dutzend privaten Krankenversicherungen.

Gleiches gilt für Selbstständige, hier jedoch unabhängig von der Höhe ihres Einkommens. Beihilfeberechtigte Beamte bei Bund, Ländern und Gemeinden müssen sich privat krankenversichern, sofern sie die Beihilfe in Anspruch nehmen, was die Regel ist. Unter Einbeziehung der privaten Zusatzkrankenversicherung hat somit grundsätzlich jeder Bürger die Möglichkeit, privat krankenversichert zu sein.

Das Leistungsspektrum der privaten Krankenversicherung, abgekürzt PKV, ist umfangreich und vielseitig. Es setzt sich aus einzelnen Tarifen zusammen. Die ergeben in ihrer Gesamtheit einen Leistungsumfang, den der PKV-Versicherte durch die Tarifauswahl ganz maßgeblich selbst bestimmt. Die Kostenerstattung steht im direkten Zusammenhang mit den einzelnen Tarifen. Jede PKV-Vollversicherung, vergleichbar mit der gesetzlichen Krankenversicherung, umfasst die Pflichttarife zur ambulanten, zur stationären sowie für Zahnbehandlungen. Die Kostenübernahme richtet sich unter anderem danach, ob ein Selbstbehalt, die Eigenbeteiligung je Kalenderjahr vereinbart worden ist. Kostenübernahme in dem Sinne bedeutet, dass der Versicherte die vom Arzt oder vom Krankenhausträger erhaltene Behandlungsrechnung bei seiner PKV einreicht und anschließend den tariflich vereinbarten Anteil erstattet bekommt. Zusätzliche Tarife, sogenannte Wahltarife sind diejenigen für das Krankenhaustagegeld, für Krankengeld, Sehhilfen, Akkupunktur oder für weitere Leistungen. Auch die Verordnung der Medikamente und deren Kostenerstattung stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit den vertraglichen Tarifen. Mit einem Satz gesagt: Der Versicherte hat in der privaten Krankenversicherung die Möglichkeit, sich seine Gesundheit im weitesten Sinne buchstäblich zu erkaufen.

Während die gesetzlichen Krankenkassen vom Gesetzes wegen gehalten sind, ihren Versicherten nur das notwendige Maß an medizinischer Versorgung anzubieten, ist es bei der privaten Krankenversicherung genau umgekehrt. Der Versicherer bietet mit seinen Tarifen im Grunde genommen alles an, was es gibt. Der Versicherte kann unter diesem Angebot auswählen, er kann sich seinen Krankenversicherungsschutz ganz wunsch- und bedarfsgerecht zusammenstellen. Das Leistungsspektrum reicht von der Basis- oder Standardversicherung bis hin zur erstklassigen, zur Versicherung erster Klasse im Krankenhaus. Basis- und Standardleistungen sind mit denen der gesetzlichen Krankenkassen nahezu identisch.

Mit der privaten Zusatzversicherung für einzelne Tarife wie Zahnbehandlung, Sehhilfen, Kurbeihilfen oder Krankenhaustagegeld ist es möglich, als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse die Qualität der Krankenversicherung auf das Niveau des Privatversicherten anzuheben. Ein Kriterium für die Höhe des PKV-Beitrages ist das Eintrittsalter. Je niedriger das ist, umso geringer ist der Monatsbeitrag. Insofern ist es durchaus überlegenswert, schon in jungen Jahren über eine private Zusatzkrankenversicherung nachzudenken, oder aber in eine PKV zu wechseln, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen.